Jugendfussball in Meschede

Berichte


 

„Zickenterror gibt es bei uns nicht“

Meschede, 16.06.2011, Ute Tolksdorf


http://www.derwesten.de/staedte/meschede/Zickenterror-gibt-es-bei-uns-nicht-id4769893.html



Wenn sie könnten, wie sie wollen, dann würden alle spielen. Gerade jetzt - mit dem Schwung der Frauen-Fußball-WM im eigenen Land - wäre es super, gemeinsam in einer Fußball-Damenliga anzutreten.

Doch ein Großteil der talentierten Fußballerinnen beim SSV Meschede ist einfach noch ein bisschen zu jung. Und wenn die WM-Welle in Meschede ankommt, wäre es für die Damen-Mannschaft zu spät. Anfang Juli muss Trainer Ewald Gramsch rund 18 Fußballerinnen des Jahrgangs 1995 oder älter zusammen haben, um ein eigenes Team für die neue Damenliga melden zu können.

 „Wir sind eine lockere Mannschaft, haben einen super Trainer und sind voll cool drauf.“ – es fällt den jungen Frauen leicht, für ihr Team zu werben. „Zickenterror gibt es bei uns nicht“, bestätigt Kerstin Esser, die vor gut einem Jahr aus dem Kreis Olpe zum SSV gewechselt ist. Ihr sei es leicht gefallen, ins Team hineinzuwachsen.

Trotzdem haben die erfolgreichen Fußballerinnen und ihr Trainer Ewald Gramsch, die zuletzt in der inoffiziellen Frauen-Kreisklasse sogar den ersten Platz geholt hatten, Schwierigkeiten, neue Mädels zu begeistern. Das Problem: Für die dann offizielle Damenliga müssen die Spielerinnen mindestens Jahrgang 1995 sein. B-Jugendspielerinnen des Jahrgangs 1996 haben keine Chance.

„Das ist eine Schutzbestimmung“, erläutert Michael Lichtnecker, Kreisvorsitzender des Fußballkreises Meschede. Doch junge Frauen zwischen 16 und Mitte 20 haben viele Interessen und nach dem Schulabschluss verschwinden sie oft erst mal aus ihrer Heimatstadt, um zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. „Ich bräuchte mindestens 18 bis 20 Spielerinnen im Kader“, rechnet Ewald Gramsch vor. „Stand heute sind es zwölf.“ Er hat auch schon seine Fühler nach Berge ausgestreckt. Denn auch dort scheint es nicht genug Frauen für eine eigene Mannschaft zu geben. Gramsch: „Die, die in Frage kommen, haben ab gewunken.“

Andere Vereine sind schon dabei: Der FC Arpe/Wormbach, der FC Remblinghausen und die SG Nuttlar/Ostwig/Valmetal stellen neben anderen jeweils eine von insgesamt zehn Mannschaften. Michael Lichtnecker glaubt, dass die Zeit reif ist für die Damenliga: „Wir haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich den Mädchenfußball im Kreis Meschede aufgebaut. Es ist nur konsequent, jetzt den inoffiziellen Spielbetrieb zu beenden und einen offiziellen Liga-Spielbetrieb aufzubauen.“

Grundsätzlich hätten die Meschederinnen ja auch gar nichts dagegen: „Das wäre noch mal eine andere Herausforderung“, sagt Sophia Gramsch. „Und man könnte aufsteigen.“ Schade natürlich wäre es, dass die talentierten Jüngeren in der B-Liga zurück bleiben müssten. Wie Sophia Dombach, die erst 14 ist, „aber richtig gut“ - wie ihr Sophia Gramsch freundschaftlich bestätigt.

Und wenn es nicht klappt mit der eigenen Damenmannschaft? „Dann haben wir acht bis neun Spielerinnen, die gar nicht mehr spielen dürften“, bedauert Gramsch. Zu alt für die Jugend und ohne Mannschaft bei den Damen.

Wer Lust hat bei den SSV-Damen reinzuschnuppern und mindestens Jahrgang 1995 ist - auch wer noch Anfängerin ist - ist zum Training willkommen. Das findet immer montags um 18.15 Uhr und mittwochs um 18 Uhr am Dünnefeld statt.

Fragen beantwortet Ewald Gramsch, 0291//3264
 


Frauen Kreisklasse

Zum zweiten Mal nach 2009 stehen die Fußballdamen/-mädchen des SSV Meschede zum Saisonende auf dem ersten Platz in der inoffiziellen Frauen-Kreisklasse im Sportkreis Meschede. Inoffiziell deshalb, weil die meisten Vereine bei den Spielen immer wieder auf jüngere Spielerinnen (z.B. C-Juniorinnen) zurückgreifen müssen.

So auch beim SSV Meschede. Aber diese jüngeren Spielerinnen haben oft tolle Leistungen gezeigt und mit dazu beigetragen, dass der SSV mit 6 Punkten Vorsprung auf den TV Fredeburg und den SuS Reiste II sowie vor Lennetal und Henne-Rartal vorne steht.

Kurios: Der SSV verlor die erste Partie in Fredeburg 1:2 und die letzte daheim gegen Serkenrode ebenfalls 1:2. Dazwischen lagen 18 Siege und zwei Unentschieden. Der SSV stellt mit 88 erzielten Toren den zweitbesten Sturm der Liga und kassierte mit zehn Gegentoren die wenigsten aller Clubs - und das, obwohl die etatmäßige Torfrau nach der Winterpause nicht mehr zur Verfügung stand und somit immer wieder unterschiedliche Spielerinnen „ins Tor mussten“.

Zum erfolgreichen Team von Trainer Ewald Gramsch gehören: stehend v.l.: Kira Schamoni, Katharina Becker, Sofie Bathen, Lena Hensgbach, Scarlett Schäfer, Pia Schamoni, Sophia Gramsch, Kerstin Eßer, Miriam Mohr, Nicola Wälter, Vanessa Ewers. Vorne v.l.: Luisa Becker, Steffi Pinto, Sophia Dombach, Kristina Braun, Anastasia Agapov, Louisa Kordel. Weiterhin dazu gehören: Carina Blome, Frederike Kempe, Dana Schröter, Katharina Bremer. 

In der kommenden Saison soll im Sportkreis eine offizielle Damenliga an den Start gehen – dafür fehlen dem SSV derzeit noch einige Spielerinnen.

Trainingszeiten in der kommenden Woche sind Montag um 18.15 Uhr und Mittwoch um 18 Uhr am Dünnefeld.

Interessierte Spielerinnen der Jahrgänge 1995 und älter, auch Anfängerinnen, sind dazu herzlich eingeladen.